Israel you beautiful country

Israel du schönes Land

Auf dem Weg zum toten Meer
Totes Meer

Ben wurde 30 und wollte unbedingt das Land verlassen. Fand ich gut, da ich schon eine Überraschungsparty geplant hatte, allerdings etwas später. Somit war ich auf der Suche nach einer Website die mir Flüge ausspuckt, von denen ich ja noch gar nicht wusste, wo es hin gehen sollten. Das war gar nicht so einfach. Ich bin dann zum Glück auf Drungli Flights gestoßen und hab einfach mal geguckt was kommt. Wir hatten ja nur noch eine Woche Zeit etwas zu finden. Dann ploppte Tel Aviv auf und ich war sofort neugierig und fing an zu recherchieren.

Ich hörte von einem meiner besten Freunde, dass dort die schönsten Männer der Welt sein sollen. Lohnt sich dann ja mal genauer hin zu schauen. Laut Internet gab es dort viele tolle Dinge zu sehen und es soll tatsächlich ein wenig wie Berlin sein. Mh, Berlin hatten wir ja jetzt schon, aber eben noch nicht in Israel. Ach ja und dann gibt es da ja auch noch Jerusalem, Bethlehem und Nazareth. Das kannte man ja immerhin schon mal aus der Bibel. Aber Berlin und die Bibel so dicht bei einander, dass musste ich mir genauer anschauen.

Es gab Flüge für 120,-€ pro Person hin und zurück mit easyjet. Im Januar sind dort 25 Grad da brauchten wir nicht lange überlegen. Wir sind in diesem Kurzurlaub, dass erste mal mit Easyjet geflogen und müssen sagen - die nehmen das mit einem Handgepäck sehr ernst! Also wirklich nur eins pro Person einpacken, sonst habt ihr direkt 30€ mehr auf der Uhr. Es waren nur 4 Stunden Flug und wir waren im Sommer angekommen. In einer komplett neuen Welt. Herrlich. Erst einmal waren wir sehr erstaunt, dass alles so klappte wie wir es uns überlegt hatten. Ich mache immer ein Mäppchen mit allen Unterlagen sowie Wegbeschreibungen und sehenswerten Tipps. Es war weit und breit kein einziger Autovermieter zu sehen. Ein netter Mann mit sehr viel Brusthaar und Goldkettchen kam auf uns zu und sprach uns direkt an. Er wusste sofort wer wir waren, dass war ein wenig unheimlich. Also nicht die Brusthaare, die hat Ben ja auch. Der Autovermieter heißt rentalcars. Wir haben darüber von Freitag bis Montag ein Auto für 90,-€ gebucht. Ein mega Schnäppchen.

Wir haben dem jungen Mann, der uns vom ]Flughafen abgeholt hat vor der Buchung etwas Trinkgeld gegeben und unser erlerntes Hebräisch gleich an ihm getestet. Dafür bekamen wir ein kostenloses Upgrade und hatten ein sehr neues, schönes und große Auto.  Dann gings ab zur Wohnung die wir über Airbnb gemietet haben bei Ishay. 

Die Wohnung hat eine Zauberhafte Terrasse, auf der uns ab und an auch kleine grüne Papageien besucht haben. Es war keine Luxus Unterkunft, aber vollkommen ok. Sie hatte viel Charme und war mitten im Zentrum von Tel Aviv und sehr gemütlich. Bei Airbnb gibt es aber in und um Tel Aviv sehr viele tolle Unterkünfte. Auch hier würden wir immer die Bewertungen der Gäste als Auswahlhilfe nehmen. Damit hatten wir bisher immer Glück :)

Was soll ich sagen, wir waren wirklich sprachlos wie toll alles aussah. Wie wahnsinnig gut die Infrastruktur aufgebaut ist und wie locker und modern die Leute waren. Es war auch politisch super interessant. Man bekommt natürlich durch die Medien ein verzerrtes Bild von Israel und unsere Eltern sagten mehrmals, wir sollen schön vorsichtig sein. Man hat automatisch sehr viele Vorurteile und das teilweise zu unrecht. Man bekommt mit das es von allen Grenzen und auch im Land selber Spannungen  von allen Seiten gibt. Wenn man mit Menschen unterschiedlicher Religionen spricht, weht immer unterschwellig mit, was von einander gehalten wird. Und doch leben alle auf engstem Raum zusammen. Das war sehr interessant ein Gefühl für die wirkliche Lage zu bekommen.

An unserem ersten Tag haben wir erst einmal die Stadt erkundet. Es war sehr viel los um uns rum, viele sehr nette Geschäfte, Menschen und viele süße Cafés. Wir waren nicht direkt im großen Trubel vom Zentrum, aber trotzdem mitten drin. Wir würden sagen, in der Nähe der Pinsker Street lässt es sich sehr gut aushalten. Ihr braucht nur ca. 10 min zu Fuß zum Strand. Der erinnerte uns ein wenig an die Copacabana in Brasilien. Viele hübsche junge Menschen. Sehr viele sehr junge Menschen. Stylisch gekleidet und tatsächlich wirkte es manchmal ein wenig wie in Berlin. Kunst und Fashion Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Ihr könnt sowohl sehr gut Feiern gehen, als auch die totale Ruhe und Entspannung finden.

An unserem zweiten Tag wollten wir unbedingt zum Toten Meer und nach Jerusalem. Wir wussten von Anfang an wir müssen Prioritäten setzen, da es einfach zu viel zu sehen gibt. Wir sind mit dem Auto gegen 8.30 Uhr aufgebrochen, um den Berufsverkehr zu umfahren. Pustekuchen. Am Sonntag geht die Arbeitswoche bei den Israelis grade los. Ihr solltet also noch eher los fahren, oder eben ein wenig später.

Wir dachten wir sind super schlau und fahren an der Küste entlang Richtung Gaza Streifen. Nur natürlich eben nicht genau dorthin. Als wir nach längerer Zeit keine Möglichkeit hatten Richtung Totes Meer zu fahren haben wir auf der Karte gesehen, dass wir von allem sehr weit weg waren. Mitten im Nirgendwo. Plötzlich war der Gazastreifen nur noch 10 Minuten entfernt und wir waren langsam doch etwas aufgeregt. Auf der Strecke war schon viel Militär zu sehen, aber alle sahen entspannt aus und waren auf dem Arbeitsweg zur Kaserne. Auffallend viele Frauen waren in Uniform auf der Straße unterwegs, denn in Israel haben beide Geschlechter Wehrpflicht.Geschminkte Frauen mit der Handtasche in der rechten und der Kalaschnikow in der linken Hand zu sehen war ein sehr ungewohntes Bild. Israelis erklärten und, dass man die Situation und die Unruhen erst richtig einschätzen, wenn man längere Zeit in Israel gelebt hat. Auf uns hat alles einen sehr entschleunigten und entspannten Eindruck gemacht, aber es waren eben nur 4 Tage die wir dort waren.

Und dann war sie ganz plötzlich da, die Straße zum toten Meer. Die Strecke war im Internet offiziell als Palästinenser Gebiet ausgeschrieben, vor Ort aber nicht, also sind wir einfach durch gefahren.

Die Landschaft war einfach traumhaft. Überall waren sehr hohe Sanddünen, durch die unzählige Esel und Kamele gelaufen sind. Manchmal haben wir zwischendurch angehalten und versucht sie zu streicheln, dass klappte aber nur mäßig :) Irgendwann erreichten wir endlich das Tote Meer. Es war ein wenig diesig an dem Tag, was das ganze Meer noch mystischer erscheinen lies. Eigentlich ist es ja auch ein großer See und kein Meer. Die Berge von Jordanien verschmolzen mit dem Wasser und dem Himmel dahinter. An den See heranzukommen gestaltete sich schon etwas schwieriger als wir es vermutet hatten. Da der See immer weiter schrumpft, hatten sich Senklöcher um den See gebildet und daher war sehr viel abgesperrt. Es gab aber ein paar Stellen an ehemalige Badestellen, durch die man zum Wasser kam und die haben wir natürlich bei der ersten Gelegenheit genutzt. Wir würden behaupten, dass wir zu dem Zeitpunkt die Einzigen waren, die im toten Meer schwammen. Es war noch keine Touristen Zeit und somit freie Bahn mit Marzipan für uns. Kleiner Tipp an die Mädels - nicht die Beine vorher rasieren und nicht mit Augen auf tauchen, beides Erfahrungen die ihr nicht unbedingt machen müsst.

Es ist ein absolut abgefahrenes Gefühl schwerelos zu sein. Auf dem Bauch schwimmen geht nicht besonders gut, da die Beine immer sofort wieder hoch treiben. Es macht unheimlich viel Spaß wie ein Korken im Wasser zu schwimmen und immer wieder auf und ab zu hüpfen. Wir haben uns eine Stunde nicht mehr ein bekommen vor lachen, weil es einfach so unfassbar witzig war. Die ruhige Landschaft war super romantisch und in die schönsten Pastelltöne getaucht. Das Salz in allen erdenklichen Formen lag zu unseren Füßen. Als Pulver, Kristall, Kugel, Stäbchen, Felsen und in flüssiger Form. Wirklich abgefahren, dass müsst ihr einfach erlebt haben. Diese absolute Stille und dieses weiche Wasser. Wir würden am liebsten sofort wieder zurück.

Etwa auf der Mitte vom See der Straße entlang kann man eine zauberhafte Wasserfall Tour machen. Wählt auf jeden Fall die lange Route, da dort weniger Menschen sind und es einfach die schöneren Plätze sind. Wir sind sehr früh morgens aufgebrochen, weil eine lange Tour 7 Stunden dauerte. Aber es hat sich sehr gelohnt!

Als wir fertig geplantscht haben, wartete auch schon das nächste Highlight. Dieser Ort ist wirklich einfach magisch. Man spürt an jeder Ecke Geschichten und es gibt wirklich überall sehr gutes Essen. Alle die Falafel und Humus lieben, werden in Israel nicht enttäuscht. Mein Tipp für alle die sich durch probieren möchten ist der Mahane Yehuda Market an der Ha-Eshkol Straße. Unsere persönliche Entdeckung war die geröstete Pekannuss salzig und süß mhh. Sehr lecker waren auch die gezuckerten Hibiskusblüten. Ein tolles Restaurant für das viele Leute extra aus Tel Aviv anreisen ist das Machneyuda, sehr nettes Ambiente viele verschiedene Speisen auf dem Tisch und viele neue Eindrücke.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist das gemeinsame Essen mit Einheimischen. Die Israelische Community EatWith bekocht  einheimische Reisende die gern gemütlich zusammen sitzen, ohne ins Restaurant gehen zu müssen. Wer ein Essen über deren Seite bucht wird Menschen treffen, denen man sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre. Man erfährt so sehr viel über das Land und die Kultur. Für die Einheimischen selber scheint es als total normal den Tisch mit einem völlig Fremden zu teilen und nebenbei selber etwas über andere Kulturen zu erfahren. Unbedingt ausprobieren. In Jerusalem wird das Kultur Herz an jeder Ecke bedient. Es gibt zahlreiche Museen und noch wirklich echte Geschichte an jeder Ecke.

Nach einem aufregendem Tag, sind wir satt und glücklich in den Sonnenuntergang Richtung Tel Aviv gedüst. Ein kleines Bierchen unter einer Kuppel aus Sternen zu Zweit und das rauschen vom Meer - so könnte jeder Tag ausklingen. Wer feiern gehen will, sollte ins Radio gehen. Hier erwacht die wahre Szene von Israel. Zu der Stadt mit den angeblich schönsten Männern sei gesagt, ja in Israel gibt es viele junge Menschen, somit auch viele junge Männer und Frauen :) Die Mischung der Menschen des Landes aus dem auch Topmodel Bar Rafaeli kommt ist wirklich schön. Braune Haut und helle Augen sind einfach eine hübsche Kombination.

Der letzte Tag wurde nicht weniger schön. Wir machten uns mit unserem Mietwagen auf nach Haifa. Haifa ist Israels größte Hafenstadt und ist von Tel Aviv aus in ca. 2 Stunden mit dem Auto erreichbar. Das fanden wir allgemein sehr verrückt, dass man mit dem Auto an einem Tag um ganz Israel herum fahren kann. In der Stadt, die ca. 700.000 Einwohner zählt, sind viele prächtige Villen und viele Einkaufszentren zu finden. Um die haben wir allerdings einen großen Bogen gemacht, shoppen kann man ja auch zu Hause. Haifa zählt seid 2008 mit seinen wunderschönen Gartenanlagen zum Unesco Weltkulturerbe. Am Fuß des Berges Karmel findet ihr den Bahai Schrein. Schon wenn man in die Stadt herein fährt, sind die Terassenfömig angelegten Gärten nicht zu übersehen. Man kann leider nicht in die Gärten hinein, aber man kann mit dem Auto ganz nach oben fahren – das Stück möchte man auch nicht laufen – und den tollen Ausblick genießen. Es gibt eine kleine Sicherheitskontrolle die aber nicht weiter störte. Wir haben dort ein kleines Picknick gemacht mit den ganzen Leckereien die wir zuvor in Jerusalem eingekauft hatten.

Als wir für Israel recherchiert hatten, haben wir den Tipp bekommen, unbedingt nach Akko zu fahren. Akko liegt noch einmal ca. eine Stunde Autofahrt weiter nördlich kurz vor dem Libanon. Wenn uns jemand fragt, was uns am Besten an Israel gefallen hat, wäre Akko auf den ersten zwei Plätzen. Die Stadt ist noch so ursprünglich wie aus der Bibel entsprungen. Die Stadt ist hauptsächlich von Arabern bewohnt und hat uns ganz verzaubert. Hunderte von Häusergassen, die alle ineinander verliefen. Eine traumhafte Stadtmauer, viele Tiere und auch hier wieder sehr gutes Essen.

Wir haben uns gewünscht dort noch eine weitere Nacht verbringen zu können und wollten dort am Ende gar nicht wieder weg. Wir sind den ganzen Nachmittag bis in den Abend hinein durch die Gassen gelaufen und konnten uns gar nicht satt sehen. Wir können hier das Israelische Restaurant des welberühmten Uri Buri sehr empfehen.

Uri Buri ist in ganz Israel bekannt wie ein bunter Hund. Seine Kochkünste haben Einflüsse aus aller Welt. Auch Berlin schmeckt man angeblich in seinen Gerichten. Wer seine Gerichte nach kochen möchte, kann sich online auch sein Buch bestellen. Seht euch die Fotos an, die sprechen einfach für sich. Wehmütig haben wir in Akko unseren letzten Abend ausklingen lassen und machten langsam wieder auf den Rückweg.

Wir hoffen ihr konntet die Begeisterung für dieses Land ein wenig fühlen. Das sind nur wenige Einblicke von wirklich noch sehr viel mehr. Ein Land das wirklich sehr überrascht hat.

Israel du schönes Land wir kommen zu 100% wieder.

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Madeleine & Benjamin

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