From Paris with love

From Paris with love

From Paris with love
From Paris with love

Das war es was man immer als erstes im Kopf hatte und nun vor ein paar Tagen auf den Bomben der Alliierten stand. Wir waren das ganze Wochenende in Paris und haben gestern lange überlegt, ob wir einen Reisebericht schreiben sollten. Wir tun dies, auch um das Bild das man hier in Deutschland und überall auf der Welt durch die Medien bekommt richtig zu stellen.


Wir sind entspannt, weil es die Pariser auch sind, zumindest hat man nicht das Gefühl die Leute verfallen in Panik. Wir wollen euch mit diesem Beitrag sagen wie es für uns dort war, was wir erlebt und gefühlt haben und warum wir in jedem Fall wieder nach Paris reisen werden. Auch zeitnah. Also hier für euch kein ganz normaler Reisebericht.

Hamburg halb fünf in Deutschland Aufbruchsstimmung viel zu früh in meinem Bett. Ich konnte erst um halb eins einschlafen, weil ich überlegt habe was ich Karl Lagerfeld fragen möchte, wenn ich ihn treffe. Ich habe mich dafür entschieden ihn zu Fragen ob er sich noch an meinen Opa erinnert, mit dem er gemeinsam zur Schule gegangen ist. Dann wollte ich ihm erzählen das ich auch einen Kater habe, der allerdings nicht so verhätschelt wird wie Choupette. Ich wählte meine hohen aber bequemen Schuhe aus und eine schwarzes elegantes unaufdringliches Kleid. Könnte Chanel sein, war aber H&M. Der Herr ist ja Mitte 80zig, also fällt das vielleicht nicht gleich auf. Dann ging es los zum Flughafen. Der erste Versuch mit der Bahn scheiterte an meiner Panik doch zu spät zu kommen, weil ich natürlich die erste Bahn verpasst hatte und endete mit einer Taxi fahrt. Ich hatte mal wieder keinen Zipper Beutel für meine Sachen, aber für ein ganzes Wochenende nur einen kleinen Koffer, worauf ich sehr stolz war. Mein Parfum war natürlich da drin. Während ich hektisch den Check in suchte überlegte ich mir schon mal eine Ausrede, damit ich es nicht weg werfen muss. Entschuldigung haben sie Flüssigkeiten dabei? Ein altes Ehepaar vor mir hatte grade nein gesagt und packte nun mürrisch zwei Flaschen Schampus aufs Band nach der Kontrolle. Als der Kontrolleur fragte ob das keine Flüssigleiten sind, sagte der Herr nur das ist Schnaps, keine Flüssigkeit. Ohne das ich gefragt wurde sagte ich lieber gleich nach Paris ohne Parfum zu fliegen ist wie ohne Winterjacke nach Russland … Hat geklappt ☺

Ich bin am 13.11. morgens gelandet und wurde von einem wunderschönen sonnigen Paris empfangen. Es war das zweite mal Paris, dass zweite mal Paris ohne Love. Die war nämlich in Deutschland geblieben. Zur Übernachtung haben wir zwei Unterkünfte für euch die beide traumhaft liegen und wirklich wunderhübsch und zu empfehlen sind. Dieses mal habe ich mich für das angesagte Mama Shelter entschieden. Tolle sexy Zimmer, gute Lage, sehr gutes Essen und tolle Leute. Die Übernachtung bekommt ihr ab 79,-€ und sehr reichhaltiges Frühstück für 16,-€ pro Person. Paris ist generell sehr teuer das sollte man wissen. Zwei Cappuccino 10,-€. Zum Mama Shelter kommt ihr am Besten über die Metro Station Gambetta von dort aus sind es noch ein paar Minuten Fußmarsch.

Mama Shelter
Mama Shelter

Die zweite Unterkunft die wir sehr empfehlen können und die wirklich hübsch und klassisch Paris ist, ist das Hotel Amour. Das Hotel ist etwas teurer, aber hat wirklich den alten französischen Charme. Themenzimmer mit Diskokugeln oder komplett in Pink und mit tollen Fotografien an den Wänden. Unten gibt es einen süßen Wintergarten in dem man ein kleines Frühstück genießen kann. Ein großes war uns zu teuer. Wir würden euch aber in jedem Fall auch das Mama Shelter ans Herz legen, es war sehr modern und wirklich cool und sehr geschmackvoll eingerichtet. Der Service spielt bei uns immer eine große Rolle und der war dort einfach top.

Hotel Amour
Hotel Amour

Nach meiner Ankunft im Mama Shelter Hotel war ich noch schön brunchen bevor mein Tag auf der Paris Photo im Grand Palais startete. Vor zwei Jahren war ich schon mal da und war gespannt was es dieses mal zu sehen gab. Ein Muss für jeden der Fotografie liebt. Die nächste Paris Photo ist im April in L.A. Der Eintritt kostet 30,-€ für einen Tag und lohnt sich aber wirklich. Es ist spannend zu sehen wie die Galleristen mit den Käufern verhandeln und auch mal eben so am Freitag Morgen eine halbe Million Euro für eine Fotografie hin blättern. Es waren diesmal viel mehr Einzelmotive zu sehen und nicht so viele Strecken, was es etwas schwieriger machte die Fotografen einschätzen zu können. Das Grand Palais in Paris selber ist ein Traum von einer Location. Karl Lagerfeld hatte hier vor drei Jahren eine große Modenschau. Getroffen habe ich ihn allerdings nicht.

Grand Palais-Paris Photo
Grand Palais-Paris Photo

Das Grand Palais ist nicht weit vom Arc de Triomphe entfernt und bietet außen rum eine Menge shopping Möglichkeiten. Es macht hier aber auch Spaß einfach in die Schaufenster zu gucken. Da ist eins schöner als das andere. Nach der Ausstellung bin ich noch ein wenig durch die Stadt gebummelt und habe die Eindrücke und Gerüche aufgesogen. Über die vielen weiten Plätze zu bummeln und Maronen zu puhlen ist einfach ein tolles Gefühl. Am Abend wollte ich noch einen Drink an der Hotelbar trinken und dann einfach ab ins Bett. Das war zumindest der Plan. Meine Empfehlung – ,,Mama loves you’’ mit Himbeeren und Sekt und ‘’Mamas boy’’ mit Ananas, Zimt, Whiskey und dark chocolate.

Ich habe noch nie in meinem Leben eine Vater Morgana gesehen und glaube eigentlich auch nur selten an Übersinnliches und Schicksal. Aber als mich grade die Nachricht der ersten Bombendetonation erreichte und die Menschen anfingen wild zu telefonieren sah ich von meinem Handy auf und dann stand er einfach da. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und nahm mich in den Arm. Ben ist spontan nach Paris geflogen um mich zu überraschen damit wir nicht zwei Wochen getrennt sind. Das war echt verrückt. Mein Akku war leer und eine halbe Stunde später wäre ich nicht mehr erreichbar gewesen. Meinen Handy Pin hatte ich in Deutschland gelassen und er wäre nicht mehr vom Flughafen weg gekommen und hätte sich wahnsinnige Sorgen gemacht. Wir waren unendlich glücklich, dass wir zusammen an einem Ort waren und somit wussten wie es dem anderen geht. Ab diesem Moment hatten wir natürlich nichts anderes im Sinn als zu realisieren was grade passiert und sich in Sicherheit zu bringen. Wir waren noch kurz draußen um frische Luft zu schnappen, als meine Schwester mich anrief und sagte das acht Minuten von uns entfernt die Konzerthalle Bataclan von Terroristen eingenommen wurde. Sie sagte uns das noch weitere Terroristen flüchtig sind. Es wurde sofort eine Ausgangssperre verhängt und wir haben zu gesehen, dass wir zurück ins Hotel kamen. Die Sirenen auf der Straße sagten uns in welcher Richtung grade etwas Schlimmes passierte und die Nachrichten verrieten nach und nach was da draußen los war. Wir haben alle Kanäle verfolgt und müssen sagen wir waren über die Deutschen Medien und die schnelle Berichterstattung über Vermutungen schockiert. Wir wussten zu dem Zeitpunkt auch noch nicht was alles stimmt und was nicht, aber es hat keine Stunde gedauert bis das Wort Flüchtling im Zusammenhang mit den Terroristen fiel.

Das Bild von der Lage in Paris war nach einer Minute Nachrichten das überall Leichen liegen, überall weinende und blutende Menschen liegen und die ganze Stadt vom Terror überzogen war. Das was passiert ist, ist furchtbar und absolut ein anderes und intensiveres Gefühl wenn man direkt in der Nähe ist. Das macht noch mehr betroffen und sensibilisiert einen noch mehr dafür, dass es jeden Tag vorbei sein kann. Da wir schon einige gefährliche Momente bei unseren vorherigen Reisen erlebt hatten waren wir uns darüber bewusst, dass es einfach überall auf der Welt zu Anschlägen kommen kann. Und das es einfach auch viele Orte gibt an denen Menschen jede Minute, auch jetzt grade sterben. Nur das man eben nicht mehr so weit weg war, sondern plötzlich mitten drin saß. Jede Sirene die vorbei fährt lässt einen in den Newsticker schauen und jeder laute Knall ist ein Warnsignal. Auch jetzt eine Woche später saß ich in Hamburg nachts senkrecht im Bett weil ich dachte wir werden bombardiert. Nach einer Minute löste ein heller Blitz meine Panik sofort wieder auf. Unterbewusst denkt man sofort bei unbekannten Geräuschen an einen neuen Anschlag.

Wir sind am nächsten Morgen raus gegangen mit der Vorstellung einer Endzeitstimmung ohne Menschen und überall leeren Straßen. Die Leute saßen aber an jeder Ecke in Cafés wie an jeden anderen Tag auch. Sie sind einkaufen gegangen, tranken Wein aßen Käse und unterhielten sich. Mit Sicherheit auch über das Geschehene, aber ohne wahrnehmbare Sorge gleich selber erschossen zu werden. Dieses Bild zeigte ganz Paris. Keine Polizei in jeder Straße, sehr wenig Militär. Am Brandenburger Tor in Berlin findet man dort zu jeder Zeit mehr. Das einzige woran man merkte, dass etwas passiert war, war das einige der Sehenswürdigkeiten geschlossen waren. Durch dieses umgehen mit der Situation in dem Land das dieses Jahr schon viel durch gemacht hat, war man selber sehr viel entspannter und ohne Angst. Alle unsere Freunde und Verwandten machten sich aber durch die Nachrichten wahnsinnige Sorgen und haben uns gebeten sofort zurück zu kommen. Gefühlt war am Samstag ein überfüllter Flughafen an dem man bis zu 10 Stunden auf einen umgebuchten Flug warten musste aber nicht die bessere Option für uns. Was Paris grade zeigt ist, dass man jetzt nicht in Panik verfallen sollte und den Terroristen gar nicht erst die Plattform bieten sollte sich so zu positionieren das alle in Angst leben. Daher werden wir natürlich auch wieder nach Paris kommen und möchten euch grade deshalb gern unsere schönsten Plätze und Geheimtipps mit auf den Weg geben.

Ab hier ein fast normaler Reisebericht…
Ein fast normaler Reisebericht...
Ein fast normaler Reisebericht

Ein Highlight das ihr nicht verpassen solltet sind die Katakomben. Die ehemaligen unterirdischen Steinbrüche schlängeln sich mit vielen Wegen unter der Stadt hindurch und sind wirklich sehenswert. Ein Teil der Katakomben wurde früher im Zuge der Schließung vieler Pariser Pfarrfriedhöfe als unterirdisches Beinhaus benutzt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Gebeine von etwa 6 Millionen Pariser Einwohnern dort hinüberführt worden. Das ist an dieser Stelle etwas Makaber aber wirklich sehr beeindruckend und sehenswert! Wir empfehlen euch für die Tour den Audio Guide. Einer der wenigen, der wirklich sehr viele Informationen zur Stadt und dem Leben darunter erzählt hat. Am Ende der Tour findet ihr einen wirklich abgefahrenen Souveniershop der auch super zum dekorieren für Halloween genutzt werden kann. Ihr findet den Eingang des Comptoir des Catacombes in der 31 Rue Rémy Dumoncel 75014 Paris.

Bestellt euch unbedingt mitten am Tag in der Sonne einfach mal eine Käseplatte und trinkt dazu einen leckeren Weißwein. Das ist das Sex and the city Gefühl von Paris! Wenn ihr eure Liebste mal richtig lecker ausführen wollt empfehlen wir euch das sau teure Frenchie. Kann man einmal machen. Ansonsten müsst ihr unbedingt in die kleinen Gassen rund um den Notre Dame. Dort ist unser Lieblingsrestaurant das Le Tournebievre. Lecker und bezahlbar! In Paris unbedingt reservieren, sonst hat man eventuell kein Glück mehr. Pariser sind absolute Genussmenschen und gehen immer essen. Das wahnsinnig tolle an Paris ist das die leckersten Sachen schon direkt vor dem Restaurant mitten auf der Straße stehen. Man kann bei vielen kleinen Händlern ganz frische Austern direkt auf die Hand kaufen. Wenn man das denn mag. Wer noch nie Macarons probiert hat oder sie nicht so gern mag hat noch nie echte Macarons gegessen. Frisch und mit den richtigen Zutaten zubereitet schmecken die einfach himmlisch. Die Besten bekommt ihr unserer Meinung nach hier Les Marquis de Ladurée. Eine Handvoll kostet auch mal 10€ aber man schafft auch kaum mehr.

In Paris setzt man sich immer wieder zwischendurch in eine Bar oder ein Café um kurz zu entspannen. Hier eine Handvoll abgefahrene Vorschläge die wir toll finden und die ihr nicht verpassen dürft!

Die Piratenbar Barberousse, Catchen in La Lucha Libre, Rennfahrerbar Le Paddock, Katzencafé Chat Mallows, Boule spielen bei Chez Bouboule.

In New York haben wir unsere Liebe zu den echten Hiddenbars entdeckt, die findet ihr aber auch in Paris und solltet sie unbedingt besuchen. Hier ein Link zu den tollsten versteckten Bars von Paris.

Es gibt ein paar Orte in Paris die man vielleicht nicht beim ersten Besuch sehen wird, aber vielleicht beim Zweiten, weil sie einfach besonders sind und man dann die klassischen Sehenswürdigkeiten schon gesehen hat. Ein besonderer Laden der einen in andere Länder und Zeiten versetzt ist der Deyrolle. Der Laden hat jede Art von Tier als ausgestopfte Version und ist schon seid über 170 Jahren in Paris ansässig. Man kann jegliche Arten an Insekten begutachten und wirklich Stunden dort verbringen. Wirklich sehr interesant.

Ein weiterer Lonelyplace ist die Petite Ceinture. Eine Ehemalige Eisenbahnlinie die von der Natur eingeholt wird. Die Eisenbahnlinie verband bis 1979 mehrere Bahnhöfe von Paris. Ein Teil wurde umfunktioniert und in eine Promenade verwandelt. Ihr erreicht diesen Märchenhaften Platz über die Metro 8 Station Balard.

Eins meiner Highlights ist definitiv der Collége des Bernadins. Eine alte Lehranstalt die 1234 erbaut wurde. Hier haben bis zur französischen Revolution zisterziensische Mönche gewohnt, als sie an der Université de Paris studiert haben. Heute finden dort zahlreiche Ausstellungen und Konferenzen statt. Die Location lädt zum träumen ein und ist wirklich wunderschön. Ihr gelangt über die Metro 10 an der Station Cardinal Lemoine dort hin.

Opéra Garnier
Opéra Garnier

Wer das Phantom der Oper in echt suchen möchte muss in die Opéra Garnier. Die historischen Gebäude die wir besuchen halten sich bei einem kurz Städtettrip meist in Grenzen aber ein absolutes muss ist diese Oper. Wenn ihr die Möglichkeit habt Karten zu ergattern die bezahlbar sind für eine Vorstellung ist das unbedingt zu empfehlen. Die Oper ist aber auch sonst zu besichtigen, wenn man nur mal schauen möchte. Es gibt geführte Touren oder man kann auch auf eigene Faust los laufen. Ganz egal wofür ihr euch entscheidet, ihr werdet begeistert sein. Und wer weiß vielleicht begegnet ihr ja dem Phantom ☺

Weitere Klassische Sehenswürdigkeiten die ihr auf jeden mal gesehen haben müsst:

Notre Dame samt Ile de la Cité, Louvre samt den Massen im Mona-Lisa-Taumel, Sainte-Chapelle, Jardin du Luxembourg, Montmartre, Saint Germain des Prés, Friedhof Père Lachaise, Galeries Lafayette mit ihrer Jugendstil-Halle (märchenhaft im Weihnachtsschmuck), die Tuilerien-Gärten samt den Seerosen-Bildern Monets im Musée de l´Orangerie. Natürlich auch die Champs-Élysées und den Eiffelturm, das Rodin-Museum, den neu gestalteten Musée d`Orsay mit den Impressionisten, Place Vendôme, Place des Vosges und, und, und ...

Den schönsten Blick hat man – Nein, nicht vom Eiffelturm, sondern vom Arc de Triomphe, da sich von hier aus die großen Boulevards sternförmig ausbreiten (und man den Eiffelturm sieht).

Au revoir mon amour

Madeleine und Benjamin

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We are Benjamin and Madeleine and we are Always hungry for new travel adventures. We are searching for the most beautiful lonelyplaces of the world. - Come with us and enjoy!
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